Die Fiebertherapie eine verkannte Chance

Zur Fiebererzeugung werden abgetötete Bakterien verwendet. Der unangefochtene Standard ist das sog. Coley-Toxin, eine Mischung aus Gram-positiven und Gram-negativen Bakterien, nämlich Streptokokkus pyogenes und Serratia marcescens. Mit diesem Pyrogen verfügen wir über ein Erfahrungsgut von über 100 Jahren und Millionen von Anwendungen!

Andere Mischungen oder Ersatzstoffe wie ?-Interferon haben sich als weniger wirksam erwiesen. Es liegen drei vergleichende Untersuchungen[6] sowie die Pilotstudie einer deutschen Universität[7] vor, welche die Wirksamkeit bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen statistisch einwandfrei belegen. Nach Aussage des Statistikers am Deutschen Krebsforschungsinstitut in Heidelberg, Prof. Abel, steht die grundsätzliche Wirksamkeit der Fiebertherapie bei Krebserkrankungen außer Frage.[8]

Abgesehen von diesen wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweisen müssen wir uns im Klaren sein, dass die Medizin eine Erfahrungswissenschaft ist. Nur die wenigsten Handlungen sind wissenschaftlich gut dokumentiert und gleichzeitig weit verbreitet. Die gutgläubige Annahme, dass weit verbreitete Verhaltensmuster in der heute herrschenden Medizin, angefangen von der Desinfektion vor einer Injektion bis zur Chemotherapie fortgeschrittener Krebserkrankungen, wissenschaftlich auch gut dokumentiert seien, ist genauso irrig wie die umgekehrte Annahme, dass eine gut dokumentierte Therapie auch rasch eine weite Verbreitung finden würde.[9] Manches am medizinischen “Standard” ist eine Modeerscheinung und – wie die Mode – zu einem erheblichen Teil ökonomisch motiviert. Der größte Teil des wahren medizinischen Fortschritts beruht auf guter Beobachtung und gesundem Menschenverstand.

Dieser Menschenverstand würdigt folgende Fakten:

1. Etwa 1/3 aller “spontanen” Rückbildungen ist von Fieber begleitet.[10]

2. Da alle Warmblütler fieberfähig sind, zählt Fieber zu den Selektionskriterien. Selbst Kaltblütler nutzen die immunstimulierende Wirkung der Wärme: Fische steigen bei einem Infekt in wärmere Regionen auf, machen also gleichsam eine passive Ganzkörperhyperthermie und erhöhen dadurch – experimentell nachvollziehbar – ihre Überlebenschancen. Der bescheidene Fortschritt der herrschenden Onkologie mag auch an der Missachtung dieser evolutionär bewährten Therapiestrategien liegen!

Quelle: Praxisklinik Arno Thaller http://www.praxis-thaller.de/krebstherapie

Weitere wertvolle Informationen zur aktiven Fiebertherapie finden Sie unter http://www.archemed.de/fieber/fieber2.htm

Literaturquellen

[5] Eine vollständige Übersicht über Coleys Publikationen liefert seine Tochter Nauts, Helen, Coley, Bibliograhie von Berichten zur klinischen oder experimentellen Anwendung von Coley-Toxinen. (Streptococcus pyogenes und Serratia marcescens) 1893 – 1986, in: Hager, E.D., Abel, U., Biomodulation und Biotherapie des Krebses. Endogene Fiebertherapie und exogene Hyperthermie in der Onkologie, Heidelberg 1987, S. 168 – 188. Dieses Sammelwerk ist eine unersetzliche und unerschöpfliche Quelle, spannend und lehrreich!

[6] Kempin, S., Cirrincone, C., Myers, J., Lee III, B., Straus, D., Koziner, B., Arlin, Z., Gee, T., Mertelsmann, R., Pinsky, C., Comacho, E., Nisce, L., Old, L., Clarkson, B., Oettgen, H., Combined Modality Therapy of Advanced Nodular Lymphomas (NL): The Role of Nonspecific Immunotherapy (MBV) as an Important Determinant of Response and Survival. Memorial Sloan-Kettering Cancer Center, New York, N. Y. 10021, in: Proceedings of ASCO (American Society of Clinical Oncology) 2=19, 56 (1983), C218

Diese Literaturstelle zeigt den Stand nach 3 Jahren. Den Fßnfjahresstand der Studie haben Oettgen, H.F., Old, L.J., Hoffmann, M.K. und Moore, M.A.S., Antitumor effects of endotoxin: possible mechanism of action, in: Homma, Y., Kanegasaki, S., Lßderitz, O., Shiba, T., Westphal, O., Bacterial Endotoxin, Weinheim, 1984, S. 205 -21 gezeigt.

Zhao You Tang, Hai Yan Zhou, Gang Zhao, Li Mian Chai, Ming Zhou, Ji Zhen Lu, Kang Da Liu, H. Francis Havas, Helen Coley Nauts, Preliminary Result of Mixed Bacterial Vaccine as Adjuvant Treatment of Hepatocellular Carcinoma, Med. Oncol & Tumor Pharmacother., Vol. 8, No., 1, pp. 23-28, 1990

Johnston, B.J., Clinical Effect of Coley´s Toxin – I.: A controlled Study, in: Cancer Chemother. Rep. no. 21, 19-41 (1962)

Johnston, B.J., and Novales, E.T., Clinical Effect of Coley´s Toxin – II.: A Seven-year Study, in: Cancer Chemother. Rep. no 21, 43-68 (1962)

[7] KÜlmel, K. F.; Abel, U.; Kuhn, B.; Vehmeyer, K.; Wieding, J. U.: Behandlung des metastasierenden malignen Melanoms mit einem Endotoxin enthaltenden Bakterienlysat. Ergebnisse einer Pilotstudie, in: Waclawizel, H. W.; Gebhart, W.; Manfreda, D.; Schlag, P. (Hrsg.): Das maligne Melanom, Berlin, Heidelberg, New York 1991, S. 238 – 241

[8] Abel, U., Die Wirksamkeit der aktiven Fiebertherapie des Krebses mit Bakterientoxinen, in: Zeitschrift fßr Onkologie 31,2 (1999), S. 47-55

Hager, E.D., Abel, U., Biomodulation und Biotherapie des Krebses. Endogene Fiebertherapie und exogene Hyperthermie in der Onkologie, Heidelberg 1987, S. 168 – 188. Dieses Sammelwerk ist eine unersetzliche und unerschöpfliche Quelle, spannend und lehrreich!

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